Jedermannrennen zur Deutschland Tour 2021

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Nürnberg – Jedermannrennen zur Deutschland Tour 2021 – 55km

Am vergangenen Sonntag war Nürnberg der Zielort der Schlussetappe der Deutschland Tour. Wie auch schon vor zwei Jahren in Erfurt wurde in diesem Rahmen ein Jedermannrennen ausgetragen.

Felix und Marcel Kittel vorneweg
Felix und Marcel Kittel vorneweg

Felix und Marcel Kittel vorneweg
Auf meiner Vorbelastungsrunde am Vortag hatte ich ein gutes Gefühl. Die Beine waren gut, mein Scott Addict Ultimate lief perfekt und ich hatte richtig Bock um die vorderen Plätze mitzufahren. Am Abend studierte ich noch das Höhenprofil und legte mir die Taktik für das Rennen zurecht. Die ersten 6 km sollten neutralisiert sein, dann weitere 6 km ein Flachstück, bevor ca. 15 km mit einigen kleinen Wellen folgten, alle unter 50 Höhenmeter. Bei Kilometer 35 dann ein 4 km langer Berg mit 100 Höhenmetern, zunächst sehr flach ansteigend, die letzten 1,5 km dann zunehmend steiler. Wenn eine Vorabentscheidung möglich ist, dann wohl nur an diesem Berg. Der Rest der Runde ging dann nur noch bergab und eben.

Ich war früh vor Ort und konnte so schon mal zum Ziel fahren und mir die letzten zwei Kilometer anschauen. Eine breite Straße immer geradeaus, genug Platz zum Überholen, perfekt für eine Zielankunft. Um 9 Uhr ging es dann in den Startblock mitten in der Nürnberger Innenstadt. Entgegen der Wetterprognose war es von oben trocken und auch die Straßen trockneten langsam ab. Die Miss Germany von 2019 ganz vorne hatte ich sofort erkannt, dass der Typ direkt vor mir aber Marcel Kittel war, wurde mir erst in seinem Interview klar.

Start des Jedermannrennen
Start des Jedermannrennen

Start des Jedermannrennen
Pünktlich um 9:30 Uhr viel der Startschuss. Die ersten neutralisierten Kilometer waren noch sehr kalt. Dann ging es endlich los. Bei der ersten kleinen Welle bei Kilometer 12 verschärfte ich das Tempo, mit dem Ziel die Gruppe kleiner zu fahren. Oben drehte ich mich und musste feststellen, dass nur noch ein Fahrer bei mir war. Ziel verfehlt, so klein sollte die Gruppe dann doch nicht werden. Ich nahm raus und ließ das Feld wieder aufschließen. Am nächsten Hügel das gleiche Spiel, die Gruppe wurde zunehmend kleiner. Die kommenden Kilometer hielt ich mich zurück und wartete den längeren Anstieg bei Kilometer 35 ab. Hier fuhr ich auch zunächst locker mit der Gruppe rein. Die letzten 1,5km wurde der Anstieg dann immer steiler. Ich fuhr zur Attacke an und hatte schnell eine relativ große Lücke gerissen und konnte bis oben hin einen guten Vorsprung auf das Feld rausfahren. Laut Strava Daten Tagesbestzeit, schneller als die Profis die später ebenfalls den Berg hoch mussten, allerdings bereits mit ein paar mehr Kilometern in den Beinen. Kurz durch ein Dorf ging es dann in eine längere Abfahrt mit nur leichtem Gefälle. Zunächst fuhr ich alleine, sah dann aber, dass hinter mir noch ein weiterer Fahrer unterwegs war. Diesen ließ ich aufschließen und wir probierten gemeinsam die Flucht. Nach ca. 6km mussten wir diese jedoch aufgeben, das Feld kam von hinten angerollt, angeführt von Marcel Kittel. Ab hier waren es noch 12 km zu fahren. Ich setzte mich nach hinten ins Feld der nun nur noch 11 Mann starken Gruppe und rollte in Richtung Ziel. Ausreichend Zeit um die Mitfahrer noch einmal zu beobachten und zu überlegen, welches das richtige Hinterrad für den Sprint ist. Neben Marcel Kittel sah ich 2-3 weitere Fahrer mit guten Erfolgsaussichten. Drei Kilometer vor dem Ziel gab es dann noch eine Einschätzung von Marcel Kittel für das richtige Hinterrad und die Mitteilung, dass er sich aus dem Schlusssprint raushält. Wir passierten die 2 km Marke und bereits kurz darauf zog der erste zum Sprint an. Das Feld zog mit und der nächste setzte ca. 1 km vor dem Ziel nach. Ich wartete geduldig ab und verschaffte mir eine gute Ausgangsposition hinter dem Fahrer, der auch vorher beim Ausreißversuch schon mit dabei war. Dieser zog ca. 500 Meter vor dem Ziel an. Ich konnte gut mitgehen und hatte noch eine kleine Reserve. Ich wartete weiter geduldig ab, was mir ziemlich schwer viel. Bei der 150 Meter Marke ging es dann raus aus dem Windschatten und im Vollsprint vorbei. Sieg, der Plan für das Rennen ist voll aufgegangen. Das hat mal wieder richtig Laune gemacht.

Beim ausfahren zurück zum Auto kam ich dann nur noch ca. 1,5km; Schleicher am Vorderrad – Glück gehabt 😊

Das Jedermannrennen zur Deutschlandtour ist eine Empfehlung wert, super organisiert, schöne Strecke, tolle Location. Kommendes Jahr dann in Stuttgart.

Die Form stimmt und die Saison kommt die kommenden Wochen noch einmal in Fahrt. Kommendes Wochenende in Puhlheim, dann Teamrennen auf der Kö in Düsseldorf, gefolgt von dem Riderman über drei Tage in Bad Dürrheim. Endlich wieder ein voller Terminkalender am Wochenende 😊

Viele Grüße

Felix

Erzgebirgstour 2021

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Vom letzten Freitag bis Sonntag ging es für Felix und Jan ins Erzgebirge. Dort starteten die beiden bei der Erzgebirgstour, ein durch Bundesligateams stark besetztes Rennrad Etappenrennen, das in drei Etappen unterteilt ist.

Nachdem die beiden die Erste Etappe eigentlich schon auf dem Hinweg abgeschrieben hatten, denn sie standen in einer Vollsperrung auf der Autobahn und es war kein Ende in Sicht, lichtete sich der Stau nach 2h. Dann hieß es schnell zum Start und gegebenenfalls noch später starten um in der Wertung aufgenommen zu werden.

Felix in der Abfahrt der 2. Etappe
Felix in der Abfahrt der 2. Etappe

Felix in der Abfahrt der 2. Etappe
Etappe 1: Schnepfenberg 65km / 1500Hm
Fünf Minuten vor Start erreichten die beiden das Eventgelände, dann musste alles blitzschnell gehen. Während Jan die Bikes auslud und fertig machte lief Felix  zur Startunterlagenausgabe, wo er die Transponder zur Zeitnahme bekam. Das Duo schlüpfte noch schnell in ihre Trikots und dann ging es zum Start. Leider verpassten sie den Start knapp um 3 min, was auf dem Rennrad ein Vorsprung von gut 1,5 km sind. Es wurde gleich ordentlich Druck auf der regennassen Strecke gemacht um diese Lücke so schnell wie möglich zu schließen, so wurden relativ schnell schon die erste Fahrer auf dem sehr profilierten Rundkurs eingesammelt. Bei Felix wollte es zu Beginn nicht so richtig laufen. So fuhren die beiden die ersten drei von 10 Runden angeführt von Jan zusammen. Nachdem dann die Spitzengruppe von hinten kam legte sich bei Felix wieder ein Schalter um und er konnte sich in diese reinhängen.
Nach ca. 2h 10min erreichten die beiden auf den Plätzen 128 und 152 das Ziel.

Etappe 2: Rund um den Taufichtig 89km / 2200Hm
Von den Strapazen am Vortag erholt ging es am Samstag in dem 6km vom Hotel entfernten Ort um 14 Uhr entspannt an den Start. Schon bei der Anfahrt mit dem Rad wurde den beiden klar, auf was sie sich eingelassen haben.
Bereits kurz nachdem Start ging es in den ersten langen Anstieg, an dem sich das gesamte Fahrerfeld teilte. Felix kam im Vergleich zum Vortag gleich gut in den Tritt und hing sich in eine der Vorderen Gruppen. Jan, dem die bergigen Strecken sowieso nicht liegen ließ es was ruhiger angehen und versuchte konstant dahinter in einer Gruppe mitzufahren. Ein Rundkurs von 28 km galt es für die Fahrer drei mal zu bezwingen bevor es in den Letzten Anstieg mit rund 200hm zum Ziel auf dem Berg ging. Die Strecke war nicht nur durch ihren steilen Anstieg und vielen Höhenmetern sehr anspruchsvoll, sondern verlangte den Fahren auch technisch in den Abfahrten und auf teils nicht asphaltierten, nur geschotterten Waldwegen alles ab. Mit letzten Kräften, die die Beine am letzten Anstieg hergaben, erreichten die beiden nach 3 h das Ziel auf dem Berg. Was in den Ergebnissen für Felix Platz 63 in der Tageswertung & 81 in der Gesamtwertung, sowie für Jan Platz 144 & 136 bedeutete.

Felix auf dem Sachsenring
Felix auf dem Sachsenring

Felix auf dem Sachsenring
Etappe 3: Sachsenring 75km / 1500Hm
Am Sonntag stand dann schon die letzte der drei Etappen an. Final ging es somit für alles Fahrer über den aus dem Motor GP bekannten Sachsenring, der ebenfalls, so wie die Runden der letzten Etappen erahnen ließen, alles andere als flach ist. Der Blick auf das Wetter ließ schon erahnen, dass es nochmal nass wird. Zu Beginn hatten die Fahrer Glück, allerdings brach dann auf Runde 10 von 20 ein Schauer über dem Sachsenring herein. Die beiden konnten sich aus den Stürzen raushalten. Jan konnte bei dieser Etappe das hohe Tempo nicht mitgehen, während Felix sich bis zum Schluss in der Spitzengruppe behaupten konnte. Felix erreichte im Schlusssprint trotz der widrigen Rennbedingungen in den letzten Runden in einem sehr stark besetzten Fahrerfeld den 13 Platz. Nachdem Jan einen Großteil des Rennen alleine fuhr, erreichte er das Ziel genau so wie 80 weitere Fahrer nicht mehr im Zeitlimit und musste so das Rennen auf Platz 159 mit einer Runde Rückstand beenden.

Nach drei gefahrene Etappen bedeuten das die Plätze 60 und 152 für Felix und Jan, bei der Erzgebirgstour 2021. Ein rund um schönes Wochenende, wobei sich beide sehr gefreut haben endlich wieder bei einem Radrennen an den Start gehen zu dürfen.

Rosenheimer Radmarathon

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Am letzten Wochenende stand, nach einem langen Pandemie-Winter, endlich wieder eine Veranstaltung auf dem Programm. Zwar kein Rennen, aber immerhin eine Großveranstaltung auf für mich unbekannter Strecke.

Rosenheimer Radmarathon
Rosenheimer Radmarathon

Rosenheimer Radmarathon
Dank des guten Hygiene-Konzeptes konnten am Sonntag insgesamt 800 Teilnehmer den Rosenheimer Radmarathon in Angriff nehmen. Von den fünf zur Auswahl stehenden Strecken hatte ich mich für die 230km Variante mit 4200 Hm entschieden. Pünktlich um 6:00 Uhr startete ich so mit der ersten Startgruppe, welche auf 15 Fahrer begrenzt war.

Im Formationsflug rauschte die Gruppe die ersten Kilometer über die leere Landstraße und durch Ortschaften bis in den ersten von insgesamt 17 Anstiegen. Hier explodierte die Gruppe und ich setzte mich mit drei anderen Fahrern am Berg ab. Nach kurzer Rücksprache entschieden wir uns, den Rest der Strecke gemeinsam in Angriff zu nehmen. Es folgte der längste Anstieg des Tages mit knapp 10 Kilometern und 1000 Höhenmetern über den Sudelfeldpass hinüber nach Österreich. Durch ein traumhaftes Bergpanorama führte die Strecke über Hinterthiersee und Thiersee bis nach Kufstein.

Tom im Ziel
Tom im Ziel

Tom im Ziel
Nun bog die Langstrecke auf eine Extraschleife ab, auf welcher man auf engen, steilen und verwinkelten Straßen über verschiedene Almen und Bergbauernhöfe geführt wurde. Auch diese Strecke war wieder gespickt mit fantastischen Ausblicken. Nach der Verpflegungstation folgte der Aufstieg zum Samerberg mit der Abfahrt Richtung Chiemsee.

Die folgende Schleife zwischen Chiemsee und Simsee sah auf dem Profil relativ harmlos aus, entpuppte sich aber als waschechte Achterbahn im Ardennenstyle. Ein ständiges Auf und Ab auf kurzen, aber steilen Rampen mit bis zu 21% zogen eine Menge Kraft aus den Beinen.

Bei mittlerweile 30°C und brennender Sonne wurden alle Trinkflaschen an der letzten Verpflegungsstation ca. 30 km vorm Ziel noch einmal gefüllt. Der letzte Anstieg des Tages erwies sich noch einmal als echte Herausforderung. Erneut ging es hinauf auf den Samerberg. Auf knapp 5km Länge mit der durchschnittlichen Steigung von 9% und Rampen mit 18% wurde einem nun entgültig der Zahn gezogen. Die Gruppe zerfiel komplett und jeder kämpfte sich alleine über die letzten, flachen Kilometer dem Ziel entgegen.

Nach etwas über 8:30h Fahrzeit erreichte ich glücklich das Ziel in Rosenheim. Ein super Event mit einer Top Organisation und einer wunderschönen Strecke lädt zu einer Wiederholung im nächsten Jahr ein. Der erste Belastungstest seit fast einem Jahr ist positiv verlaufen, so dass ich gut gewappnet den kommenden Events entgegensehe.

Tom Schöler