Langenbergmarathon 2015
Langenbergmarathon 2015
Langenbergmarathon 2015
Der Langenbergmarathon - der letzte Lauf der Nutrixxion Marathon Trophy.
Hier hatte ich mir bereits vor dem letzten Rennen den Sieg in der Gesamtwertung gesichert, somit ging es für mich nur darum, noch einmal möglichst viel Spaß mit den ganzen Mountainbikeverrückten zu haben und ein möglichst gutes Tagesergebnis zu erzielen. Bereits am Vortag fuhr ich zusammen mit Tom ins Sauerland, wo wir mit ein paar Freunden noch einmal einen schönen Abend verbrachten. Wie schon im vergangenen Jahr, vor dem CC-Rennen in Betzdorf, gab es wieder die legendäre Saalhausener Pizza, die mir damals zum ersten Sieg in einem CC-Rennen verhalf.
Dank der Bikerfreundlichen Startzeit um 11 Uhr, war auch das aufstehen um 7:30 Uhr sehr entspannt. Es war einer der wenigen Tage, wo ich schon gleich nach dem aufstehen merkte, heute geht was, ich fühlte mich gut und freute mich riesig auf einen letzten schönen Renntag im Sauerland. Das Wetter hätte besser nicht sein können, herrlich sonnig und perfekte Temperaturen um richtig in die Pedale treten zu können. Spätestens nachdem es vor Ort den zweiten Kaffee des morgens gab, war der Intus an Koffein und guter Laune so hoch, dass an still stehen nicht mehr zu denken war und dank des wenig sparsamen Umgang von High5 mit Koffein in Getränken und Gels, sollte sich dies auch nicht so schnell wieder ändern.
Vor Ort war neben Tom und mir auch Jan, der den Adler in der U19 vertreten sollte. Um 10:40 Uhr ging es dann für uns in Richtung Startaufstellung. Tom, der nach seiner Verletzungsbedingten Pause seine Rückkehr in den Rennsport feierte, musste sich, da er nicht in der Marathon-Trophy gemeldet ist zusammen mit Jan, weiter hinten im Block einreihen, was ihm aber auch vollkommen egal war, nach längerer Pause war die Form sowieso nicht mehr da, wo sie sein müsste um vorne mit zu fahren, weshalb Tom sein Specialized Stumpjumper eingepackt hatte, um einfach nur möglichst viel Spaß auf der 40 Kilometer Strecke mit etwa 1000hm zu haben.
Ich habe mich, dreist wie ich bin, ganz vorne rein gedrängelt. Die Zeit bis zum Start verging schnell, mit den vielen coolen Menschen im Mountainbikesport gibt es ja immer noch etwas zu erzählen und die üblichen schnellen Leute standen auch alle wieder mit an der Startlinie. Auch Ralf war wieder zum anfeuern und Fotos machen vor Ort. Pünktlich um 11 Uhr viel dann der Startschuss. Vorab hatte ich Ralf versprochen, eine möglichst gute Figur vor der Kamera zu machen, also ging es erstmal darum Ralf am Streckenrand zu suchen, der dank des Campanatrikots auch nicht zu übersehen war und das Versprechen einzulösen. Zuerst ging es lange eine leicht ansteigende Asphaltstraße hoch, sehr zum Windschatten fahren geeignet, wodurch das Tempo ein wenig verschleppt wurde. Immerhin konnte so das etwas kurz geratene Warmfahren nachgeholt werden. Dadurch blieben wir mehr als die ersten 10 Kilometer in einer viel zu großen Gruppe an der Spitze zusammen. Mit einem Durchschnitt jenseits der 30 km/h über die Schotterpisten in einer großen Gruppe gehört nicht unbedingt zu den Dingen, die ich gerne mag, weshalb ich mich sehr auf den ersten richtigen Anstieg freute. Aber es kam anders, etwa bei Kilometer 11 ging es in einen schönen flowigen und schnellen Trail rein, wo ich mich noch schnell auf den zweiten Platz vorschieben konnte, vor mir war mit Patrick Weitkamp nur noch ein Fahrer, den ich vorher noch nie so ganz vorne gesehen hatte. Aber bergab fahren konnte er und so konnten wir beide uns in der Abfahrt einen schönen Vorsprung auf den Rest des Feldes heraus fahren. Unten angekommen setzte ich mich dann an die Spitze und versuchte ab hier dann ordentlich Dampf zu machen. Es folgte ein kurzer steiler Anstieg, beim Blick nach hinten war ich dann doch ein wenig verwundert, wie viel Vorsprung man auf einen gar nicht besonders langen Trail gewinnen kann. Nach einer weiteren schnelllen leicht abfallenden Passage ging es dann in den ersten wirklich langen Berg, ein Berg wie gemacht für mich, sehr gleichmäßig und nicht zu steil. Patrick Weitkamp ließ sich aber erstmal nicht aus meinen Windschatten abschütteln. Nicht mehr weit bis zur Spitze, sah ich dann Tim Stahnke nicht besonders weit hinter uns, der Fahrer, den ich das ganze Jahr noch nicht hinter mir lassen konnte. Kurz bevor wir oben angekommen waren konnte ich Patrick ein kleines Stück distanzieren. In der darauf folgenden Schotterabfahrt war er dann aber etwas schneller und konnte die Lücke wieder schließen. Gleichzeitig konnten wir aber auch hier den Vorsprung auf Tim weiter ausbauen.
Ab etwa Kilometer 24 war ich nun auf mich allein gestellt und bald war dann auch hinter mir keiner mehr zu sehen. Die Beine liefen nach wie vor richtig gut und ich hatte eine Menge Spaß dabei über die Rennstrecke zu heißen. Die nächsten Kilometer verflogen sehr schnell. Der längste Anstieg, jener zum Langenberg, lag jedoch noch vor mir. Im vergangenen Jahr war dieser schon kurz nach dem Start, wo ich ihn gleich für meine Flucht nach vorne verwendet hatte, er war mir als ziemlich steil und lang in Erinnerung geblieben. Oben angekommen durfte ich bereits etwas verfrüht die ersten Glückwünsche entgegennehmen. Bis zum Ziel waren es aber noch rund fünf Kilometer Abfahrt. Noch einmal möglichst schnell aber vorsichtig ging es weitestgehend über Schotterabfahrten in Richtung Ziel, wo ich von vielen Zuschauern und vom Streckensprecher herzlich empfangen wurde, nach der bereits achten Teilnahme kennt man sich mittlerweile bestens. So konnte ich mir doch noch den ersten Sieg in der Gesamtwertung auf der Kurzstrecke in diesem Jahr holen und mir damit auch den kleinen Wunsch erfüllen, wenigstens einmal in diesem Jahr vor Tim, der nach 1,5 Minuten auf dem zweiten Platz folgte, ins Ziel zu kommen. Noch dazu konnte ich laut dem Streckensprecher mit meiner Zeit von 1:33:50h eine neue Bestzeit auf der Kurzdistanz aufstellen, was auch sicher den grandioses Wetterbedingungen zu verdanken war, mit denen der Langenbergmarathon sonst eher selten punkten kann.
Mein altes Scale war auch dieses Jahr mit Jan Küpper wieder schnell auf der Strecke unterwegs, er fuhr in 1:44:44h  in einem starken Rennen auf den ersten Platz der Junioren und den 31ten Platz Gesamt.
Tom kümmerte sich schon bald nach dem Start um einen gestürzten Fahrer. Nachdem er diesen wieder auf die Beine geholfen hatte, war er von Luisa Möser eingeholt wurden, mit der er ab hier zusammen das Rennen fuhr. Nach 2:08:26h fuhren die beiden Gesamt auf die Plätze 109 und 110. Luisa wurde damit zweite bei den Damen und Tom wurde 33ter bei den Senioren1. Viel Spaß hatten wir sicher alle dabei.
Nach dem Rennen konnten wir dann noch entspannt in der Sonne liegen, während wir auf die Siegerehrungen warteten. Anschließend hieß es Abschied nehmen, da sich die meisten Fahrer mit dem Langenbergmarathon in die Winterpause verabschieden.
Auch ich habe nun nach neun Rennwochen zum ersten mal wieder ein rennfreies Wochenende, an dem wohl noch einmal einige Grundlagenkilometer gesammelt werden, bevor es am 17ten Oktober zum Red Bull 26 Zoll Rennen über etwa 150 Kilometer nach St Goar geht. Mit einigen Profis am Start wird da zwar wohl nicht viel zu holen sein, aber ich freue mich schon drauf. :-)
Felix

Bilder vom LBM 2015 [ hier auf Flickr ]